25.6.13 Chimpanzee Sanctuary

21.-23.6.13 Ein wunderschönes Wochenende im Schimpansenpark

Am Freitag ging es nach der Arbeit mit dem Auto in den nahegelegenen Chimpanzee Sanctuary. Die etwa eine Stunde dauernde Fahrt war sehr interessant, da wir durch Hill Station fuhren, eine Ecke von Freetown mit wunderschön gelegenen Häusern, die ich bisher noch nicht kannte.
Weiter außerhalb konnte ich mich nicht satt sehen, an der herrlichen Landschaft mit der für Afrika typischen roten Erde und den kleinen idyllischen Dörfern. Auf dem Rückweg wurden wir sogar mit dem Anblick eines wunderschönen Regenbogens belohnt. Das letzte Stückchen zum Ziel war eine sehr enge steile Straße bergauf, als wir diese erblickten, überlegten wir lieber zu laufen, denn Gegenverkehr wäre ganz schlecht. Aber ehe wir uns versahen, fuhr Lamin, unser Fahrer, auch schon sportlich den steilen Abhang hinauf und wir sollten in der Zwischenzeit probieren im Schimpansenreservart anzurufen, damit niemand den Berg runterfährt. Wir hatten aber leider alle keinen Empfang  und hofften auf eine sichere Ankunft. Dort angekommen, wurden wir zu unserer zweistöckigen, sehr komfortablen Hütte mit Terrasse und Balkon namens Christo begleitet, die abgelegen von den anderen Hütten weiter unten stand. Wir waren begeistert. Ruhe... was für eine Stille. Mitten im Regenwald, überall ist es grün, Natur pur.Keine laute Musik, kein Straßenlärm... es war einfach unbeschreiblich. Von Terrasse konnte man durch eine Schlucht auf die Berge schauen und ich war fasziniert von diesen traumhaften Anblick, besonders wie der Nebel von den Bergen runter zog.
  Wir erhielten mit anderen Gästen am gemeinsamen nett überdachten Gästeplatz bei Kerzenschein ein dreigängiges Specialdinner, dazu gönnten wir uns eine Flasche Weißwein. Danach ließen wir den Abend auf dem Balkon ausklingen, hörten die Grillen zirpen, Vögel zwitschern, das Rauschen eines in der Nähe befindlichen Wasserfalls und gelegentlich das Rufen der Schimpansen. Ich saß den Abend mit Anne noch bis in die Nacht auf dem Balkon und der Vollmond leuchtete die Bäume und Blätter traumhaft an. Ich hatte die Nacht richtig gut geschlafen, sogar etwas gefroren, so dass ich mich  mit zwei Laken zudecken musste und ich brauchte keine Ohrstöpsel. 
Am nächsten Tag wurde uns das Frühstück auf einem Tablett zur Hütte gebracht, zwar schon zu 8:00Uhr, da unsere Astrid ein Früaufsteherin ist, aber Anne und ich   krabbelten mit der Frühstückslieferung auch aus den Betten. So starteten wir mit himmlischer Ruhe in den Tag, traten gestärkt zwei Walktouren (Congo Falls Walk, Congo Dam Walk) an und erfreuten uns der Natur pur. Wir hatten viel Spaß bei unseren Fotoaufnahmen, kletterten über Steine und Felsen, versuchten farbenfrohe Schmetterlinge und Libellen zu knipsen. Beim Schaukeln auf einer Liane, machte ich mit dem Bein eine Erfahrung mit einer Pflanze und hatte eine Weile sowas wie Brennnesselstiche. Kurz nachdem wir wieder zurück waren, gab es Regen, den wir gemütlich bei einem kleinen Lunch und Mittagsschläfchen  genossen. Jeder durfte auch mal in die Hängematte auf dem Balkon. Ich würde sagen perfektes Timing. Dann traf auch Ole ein, der vormittags noch ein Meeting hatte, es hörte auf zu regnen und wir machten die Schimpansenführung mit. Es war sehr interessant und es machte Spaß die Affen zu beobachten, besonders die Kleinen, die wie Kinder fange, am Boden umher tobten und am Seil spielten. Dann war auch schon wieder Abendessenzeit, welches auch ohne "special" sehr lecker war und wir saßen wieder lange auf dem Balkon. Diesmal nahm ich mir gleich eine dünnere Decke mit ins Bett und schlief mit den anderen, bis auf Astrid, aus. Danach machten wir den etwas längeren Tacugama Stream Dam Walk, denn wir hatten keine Eile, da wir bis zu unserer Abreise um 17:00 Uhr im Haus bleiben durften. Es war wieder sehr lustig und wir sahen viele Pflanzen, die ich von zu Hause als Zimmerpflanzen kenne. Verschwitzt kamen wir zurück und jeder von uns wollte abwechseln die Außendusche benutzen, obwohl es auch drinnen im Bad eine Dusche gab. Es war eine Erfahrung wert. Anschließend folgte eine gemeinsame entspannte Lunchtime auf dem Balkon mit Kaffee, Kuchen, Kekse, Brot, Käse, Bananen usw. alles was wir noch hatten und dann mussten wir uns plötzlich ganz schön beeilen, da leider die Zeit ran war. Wir trafen gerade bei der Anmeldung zum Auschecken ein, als auch Lamin schon den Berg hochkam. Mit Wehmut ging es wieder Richtung City mit Zwischenstopp im Supermarkt, wo wir gleich unseren Monatseinkauf tätigten. Es war wirklich ein unbeschreiblich schönes erholsames Wochenende im Herzen der Natur und ich weiß nun wieder wie es ist... Stille... Entspannung für Körper, Geist und Seele. 


unsere Unterkunft "Christo"


das Specialdinner


die...


...schönsten...


...Erinnerungen...


...an...


...einem...


...unbeschreiblich...


...idyllischen...


...Ort...


...und...


...ich...


...blicke...


...gern zurück

1.7.13 02:01


9.7.13 Step Down (Überwachungsstation)

Auf der Überwachungsstation mit ihren 29 Betten und hohem Durchlauf liegen meist alle Kinder sehr schlapp im Bett, sie sind zu krank für eine Normalstation, aber noch nicht lebensbedrohlich, um auf die Intensivstation zu kommen. Jedes im Bett sitzende lächelnde Kind wird entlassen oder verlegt. Die Patienten werden im Gegensatz zur Normalstation 4stündlich anstatt 6stündlich überwacht und es ist möglich mit Hilfe von Oxygenkonzentratoren Sauerstoff zu geben, wobei ich anmerken muss, das oft die Qualität durch das Anschließen mehrerer Kinder an einem Gerät nur gering ist. Schwestern gibt es, wenn alle zum Dienst kommen, eigentlich genug, aber da dann die Arbeit im Schnitt auf zehn Schwestern und vier Schüler verteilt sein will, gibt es unnötig komplizierte Stationsabläufe. Hinzu kommt, dass leider keine mündliche Übergabe stattfindet, da dafür keine überlappende Dienstzeit eingeplant wird und dadurch verständlicherweise keine Schicht früher oder länger bleiben möchte. Auch erscheinen nicht immer alle Schwestern zum Dienst und diejenigen die kommen, üben selbsternannte Gleitzeit aus.

Ein Beispiel von einem Spätdienst am Samstag:

sieben Schwestern stehen auf dem Plan, davon waren nur zwei Schwestern pünktlich zu 14:00 Uhr anwesend, eine weitere kam um 15:40 Uhr und die nächste um 16:00 Uhr.

Da dies keine Konsequenzen durch die Matron hat, wird sich daran wohl erstmal nichts ändern. Auch rotieren viele Schwestern sowie alle Houseofficer (junger Arzt, in den ersten zwei Jahren nach dem Studium) immer am Anfang des Monats zwischen den Stationen. Einige Schwestern leider auch in andere Krankenhäuser, aber sicher denkt sich das Gouverment was dabei. So ist gerade immer am ersten des Monats Chaos auf den Stationen und oft wird an diesem Tag erst der Dienstplan für den Monat geschrieben, da die Matron erst zwei Tage vorher die Listen raushängt, wer nun wo arbeitet und die Stationsschwester sehen muss, ob auch alle kommen. Da der eine zuständige Houseofficer meist nur während der drei bis vierstündigen Visite auf Station ist, wird ein Kind bei akuter lebensbedrohlicher Verschlechterung in den ER (Rettungsstelle) gebracht, da dieser immer mit zwei Houseofficern besetzt ist. Das musste ich auch erstmal lernen, der Arzt kommt nicht zum Kind, sondern das schwer kranke Kind zum Arzt. Manchmal kommt auch ein Consultent (Dr.Bondi), eine Art Oberarzt mit zur Visite. Oft gibt es immer wieder unnötige Schwierigkeiten mit der Blutbank im nahegelegenen PCMH, wenn ein Kind eine Bluttransfusion bekommen soll und die Mutter keinen Spender und kein Geld hat. Somit war ich schon oft dort, um die Angelegenheit zu klären und die hilflosen Eltern sind einem dadurch so sehr dankbar, dass sie einem wirklich fast die Füße küssen wollen. An manchen Tagen komme ich mir wie auf einem Basar vor, immer wieder kommt jemand auf Station und möchte was verkaufen: Essen, Knabbereien, Getränke, Pampers, Sonnenbrillen und zweimal die Woche kommt ein Fotograf und macht Fotos von den kranken Kindern oder den Schwestern.
Völlig unnötig und nervig ist das ständige Durch-den-Raum-Brüllen der Namen der Kinder, wo dann die armen Eltern immer brav zum Schreibtisch antanzen dürfen. Meist wird damit überprüft, ob das Kind noch auf Station liegt, obwohl es ein kompliziertes, täglich ausführlich geschriebenes Aufnahmebuch gibt oder die Schwester nur wissen will, wie es dem Kind geht oder die Eltern müssen ihre leere Plastiktüte für die Pharmacy reichen und später die gefüllte Plastiktüte wieder abholen. Aber ich weiß, alles braucht seine Zeit. Ich denke mit den zwei neuen Staff-Nurses Hawa und Sarah hat die Station eine Bereicherung, um die Abläufe wenigstens etwas zu verbessern und nun ist es auch offiziell, das Krankenhaus hat erstmal für ein halbes Jahr die Akkreditierung erhalten und danach wird nochmal neu entschieden.
Letztes Wochenende waren wir zur Hochzeit von einer Schwester dieser Station und wurden auf dem Weg dahin von einer Schwester aus dem ER mit Auto mitgenommen. Zum Glück, da wir nicht wussten, dass sich einen Tag vorher die Location geändert hatte, da der ursprüngliche Veranstaltungsort noch abgesperrt war, da dort ein Mann einem Gewaltverbrechen zum Opfer viel. Ein "peinlicher" Höhepunkt war, dass wir als sogenannte weiße Gäste auf die Bühne mussten, um für das Brautpaar zu tanzen, während viele Hochzeitsgäste vor der Bühne standen, um uns zu feiern. Ich denke für so unvorbereitet haben wir uns gut geschlagen und einige deutsche Tanzstile präsentiert.





bei der Doctor´s Round




Essenverteilung für die Kinder an die Eltern




in der Blutbank




auf dem Arbeitsweg "im Schuhladen"

9.7.13 00:39


16.7.13 Triage und Observation

Triage und Observation

Durch den Haupteingang im ersten Hauptgebäude, vorbei an Mohamed, einem Securitymitarbeiter, gleich links befindet sich im Erdgeschoss die Triage. Die Anmeldung ist klein und übersichtlich. Hier wird entschieden, ob die Kinder mit Eltern weiter in ein Healthcenter geschickt werden, sie als Outpatient von einem Arzt in einem Behandlungszimmer, selbige Ebene, angeschaut werden, was oft schon ein paar Stunden Wartezeit mit sich bringt oder sie so krank sind, dass sie mit Begleitung einer Schwester eine Etage höher in den ER gebracht werden. Alle Outpatients und Inpatients werden dort gewogen, die Länge sowie alle Vitalwerte werden einmal gemessen und auf eine grüne Karteikarte geschrieben. Die Temperatur messen die Eltern selbst, dabei muss ich anmerken, dass im ganzen Krankenhaus nur axillär gemessen wird. Bei Bedarf wird Paracetamolsaft gegeben, das dort einzige verfügbare Medikament. Diese Arbeit ist einfach und gut strukturiert für die dort arbeitenden Schwestern. Es gibt eine Schwester am Empfang namens Onike, die ausschließlich alle Kinder in ein überdimensionales Gouvermentbuch einträgt. Zur Zeit hat sie vier Wochen frei und jemand anderes übernimmt vorübergehend diese Tätigkeit.


Blick auf die Anmeldung der Triage


Blick von oben

Auf der rechten Seite, vorbei an der Pharmacy und mehreren Behandlungsräumen befindet sich am Ende des Flurs die kleine überschaubare Observationstation mit ihren acht Betten. Wobei die größeren Betten sich öfters auch zwei Kinder teilen. Hier liegen die Kinder nur kurz und werden schnellstmöglich entlassen oder weiter verlegt, ansonsten ist es noch so eine Art Privatstation für den Klinikchef Dr. Baion, der hier die Visiten abhält. Die Observation läuft durch die Schwestern ganz gut und oft trifft man sie gemütlich sitzend an. Von der Schwesternanzahl her, könnte dort bald 1:1 Betreuung stattfinden. Aber zu gern, wird sich dort im direkt angrenzenden kleinen Aufenthaltsraum aufgehalten.
Auf dieser Station gibt es eine sehr lustige Schwester namens Abibatu, die mir unbedingt Krio beibringen möchte, aber da bleibt mein Vokabular sehr sehr begrenzt mit den typischen Redewendungen:



  • Kusheh - Hallo

  • Kusheh ja - dir auch Hallo

  • Tenki - Danke

  • Tell good tenki - dank sei Gott

  • Au di body? - wie geht's ?

  • Di body fine - es geht mir gut

  • Small small - es wird langsam

  • Au di morning, day, work, pikin...? - wie ist der Morgen, Tag, Arbeit, Kind...?

  • Una Morning - Euch guten Morgen

  • Ussa you de? - Wo wohnst du?

  • A de na... - Ich wohne in...

  • Wetin na you name? - Wie heißt du?

  • Au mos? - Wieviel?

  • I don dei - er/sie ist gestorben

  • Kombra - Mutter

  • Anti -Tante

  • tschuh - Spritze geben

  • toilet fast fast - Durchfall

  • the body warm - hat Fieber

  • merressin - Medizin

  • don don - fertig

  • titi - Mädchen

  • bobo - Junge



  • Gang zur Observationstation, rechts sind Behandlungszimmer


    bei der Ward Challenge



     

    16.7.13 21:47


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