.... meine Erlebnisse in Freetown

 in Sierra Leone

 20.04.13-09.10.13

Alter: 42
 




Blog

9.10.13 I come back

Nach 173 Tagen:

Good bye Afrika !!!


8.10.13 23:39


17.9.13 Charlotte falls, Namegiving ceremony, SOS Kinderdorf, Bunce Island

Nun rücken für mich hier die letzen Wochen an und ich möchte noch kurz von einigen schönen Erlebnissen berichten.

31.8.13 Charlotte falls

Am 31.8.13 beschlossen wir einen Ausflug zu den Charlotte falls (berühmten Wasserfällen) zu machen. Ole hat nun auch hier für Sierra Leone einen gültigen Führerschein und so konnten wir das Auto nutzen. Unseren Lupo nahmen wir mit, der sich ganz tapfer schlug, obwohl ihm das Auto fahren nicht so gut bekam. Leider war die Straße von Tacugama aus sehr schlecht und wir verpassten irgendwie die Abfahrt zu Charlotte Village, so dass wir das eigentliche Ziel verfehlten. Ein Umdrehen war durch die eine Fahrtrichtung nicht mehr möglich. Aber wie heißt es so schön, der Weg ist das Ziel. So beschlossen wir spontan eine kleine Rundfahrt auf der Halbinsel zu machen. An den Stränden entlang, von Kent über Tokeh Beach, Sussex Beach, Hamilton Beach, Lakka, Goderich nach Freetown. Zu kämpfen hatte unser Auto mit den teilweise unglaublich schlechten Straßenverhältnissen, wo ich oft dachte: "Auto halt durch, geh nicht kaputt und nicht festfahren". Eine Hilfe war, dass ein LKW in unsere Richtung fuhr und wir so sahen, wie tief die Schlaglöcher waren. Zur Not hätten wir dann auch ein großes Auto zum Rausziehen. Aber zum Glück hielt unser Auto durch. Auf unserer Tour machten wir mehrere Pausen. So an einem Wasserfall, wo Astrid erst mal ihr Badevergnügen stillte und Ole unser Auto, dank Lupo, innen putzen durfte. Der nächste Stopp war am Tokeh Beach, wo wir uns die Beine vertraten und den herrlichen Strand bewundern konnten. Am Sussex Beach aßen wir dann im wirklich traumhaft gelegenen Gasthaus Florence's zu Abend und genossen die Schönheit der Natur. Zu erwähnen von diesem Ausflug wäre noch, dass wir ein Handzeichen eines Polizisten übersahen und so auf der Straße den Präsidenten im Auto vorbeifahren sahen. Einige Einheimische winkten ihm freudig zu. In Freetown hörten wir auf unseren Freund Mohamed und fuhren eine längere Strecke falsch in eine Einbahnstraße. Zum Glück ging das gut aus.

in der Nähe der Charlotte falls:


die sehr schlechten Straßen

Tokeh Beach:

Sussex Beach:

8.9.13 Namegiving ceremony

Am Sonntag folgten wir einer Einladung von Familie Mohamed zur Namensgebung ihrer Tochter. Hier im Land erhalten die Kinder erst später in einem feierlichen Rahmen ihren Namen. Wir wurden schon morgens um 10:00 Uhr eingeladen, um das Baby zu waschen und anzuziehen. Als allerdings der Part des Schminkens kam weigerten wir uns und so übernahm dies eine einheimische Verwandte. Wobei Betonung auf die Augen gelegt wurde und ich kaum hinschauen konnte, wie mit dem Farbstift direkt in die Augen gestrichen wurde. In der nahegelegenen koranischen Schule hielt ein Oman eine Rede und der Name wurde feierlich verkündet sowie Ratschläge für die Mutter erteilt. Zum Beispiel wie wichtig das Stillen ist. Geschlachtet wurden zwei Schafe, wovon wir die Kosten eines Schafs als Geschenk übernahmen. Das Fleisch wurde dann wohl an die anwesenden Gäste verteilt, wobei wir dankend ablehnten. Anschließend gab es Fisch und Reis all la Fingerfood. Ausklingen ließen wir den Tag in den Slums am Wasser.


das Ankleiden


das Schminken


das Warten


die Ansprache durch den Oman


Anne Beshe Sankoh

11.9.13 SOS Kinderdorf

Am Mittwoch machten wir etwas früher Feierabend und fuhren mit Lamin, unserem Fahrer, ins SOS Kinderdorf. Astrid hatte den Auftrag eines deutschen Ehepaares ihr Patenkind zu finden, zu welchem sie dreißig Jahre kein Kontakt mehr hatten. Das Mädchen hatte damals als Kind im SOS Kinderdorf gelebt. Und tatsächlich, eine Mitarbeiterin, die dort schon ebenso viele Jahre arbeitet, konnte sich an Marie erinnern. Astrid nahm mit ihr schon telefonisch Kontakt auf und wir werden uns am kommenden Mittwoch mit ihr treffen. Sie hat einen Sohn und lebt hier in Aberdeen.

ein Rundgang auf dem Gelände:

15.9.13 Bunce Island

Dieser Ausflug, begleitet von herrlichem Sonnenschein, war wirklich sehr schön. Wir fuhren morgens nach einem zeitigen Frühstück los nach Lakka Beach, um von dort mit einem Fischerboot zur historischen Slaveninsel "Bunce Island" zu starten. Die etwa dreistündige Bootstour war sehr interessant. Es ging vorbei an den unterschiedlichen Stränden, an unserem zu Hause, der Fähranlegestelle Lungi (Airport) und vielen Fischerbooten. Unterwegs hielten wir ein Fischerboot an und fragten nach ihrem Fang. Dieser war erfolgreich und unsere einheimischen Freunde kauften zwei große Fische, direkt auf dem Wasser. So hatten wir auf der Insel ein leckeres frisches Fischgericht mit Reis. Ich muss sagen, hier schmeckt der Fisch wirklich ausgesprochen lecker. Die Insel war relativ klein und sehr grün bewachsen. Hier erhielten wir eine kleine Führung, sahen die Ruinen der früheren Kerker und hatten Einblick in ihre Geschichte. Vielleicht sollte ich mir den Film von Steven Spielberg "Amistad" zu Hause mal ansehen, der von der Slavenfestung Bounce Island erzählt. Spät, aber noch bei Tageslicht, kamen wir wieder am Lakka Beach an und sprangen erstmal alle ins erfrischende Wasser. Den Sonnenuntergang genießend nahmen wir dort ein Abendmahl bestehend aus Fisch und Chips ein. Spät am Abend waren wir wieder zu Hause und parkten unser Auto das erste mal in unserer Garage, was durch den neuen sehr hohen Bordstein nicht so einfach war. Aber mit Hilfe von Sandsäcken ging es dann doch und wir fielen alle müde ins Bett.

Lakka Beach:

auf dem Weg nach Bunce Island:


unterwegs wird der Fisch ganz frisch eingekauft

Bunce Island:

Auf Bunce Island:

Auf dem Rückweg legten wir einmal kurz an Land an, da Sprit für das Boot gekauft wurde.


Unglaublich, den Verkäufern steht das Wasser fast bis zum Hals.

17.9.13 02:52


8.9.13 Ward 1 (Normalstation)

Diese Normalstation mit ihren 34 Betten befindet sich im zweiten Hauptgebäude im Erdgeschoss und umfasst 34 Betten. Sie ist räumlich so aufgebaut wie Ward 3 und Step Down. Zur Zeit liegen hier durch die Regenzeit immer viele Patienten, meist so zwischen 40-50, so dass dort diesen Monat schon zwei Houseofficer die Visite machen. Ansonsten kann ich gar nichts besonderes von dieser Station berichten, läuft eigentlich alles genauso wie auf der anderen Normalstation Ward 3, mal mehr und mal weniger gut. Gern wird von den Schwestern auch hier (besonders im Spätdienst, genau wie auf Ward 3 und TFC) ein musikalisches Programm auf dem großen Stationsfernseher verfolgt.
Zu erwähnen wäre noch, dass ein Securitymitarbeiter vor jeder Station die festgeschriebene Besuchszeit von (16:00-18:00) überwacht. 


Ward 1


früh übt sich


Sherif, ein Helfer bei der Ward Challenge

Spontan bekamen wir am 4.9.13 eine kleine Führung durch das direkt am ODCH angrenzende PCMH (Princess Christian Maternity Hospital). Es war sehr interessant. Die Zusammenarbeit mit diesem Krankenhaus besteht darin, dass dort die Blutbank integriert ist und die schwer kranken Neugeborenen auf unsere Neonatologie verlegt werden.


auf einer Station im PCMH

Am Samstag den 7.9.13 war ein sogenannter Cleaning Day in Freetown. Alle Leute mussten ihr Haus und das Gelände um ihr Haus aufräumen, so dass die städtische Müllabfuhr (Freetown Citykanzel) es abholen kann. In diesem Zuge gab es eine Ausgangssperre von 9:00-13:00 Uhr und nur mit Passierschein durfte man sich auf der Straße bewegen, um z.B. zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen. Kontrolliert wurde dies von der zuständigen Polizei. So war es am Samstag wirklich ruhig auf den Straßen, kein Markgeschehen vor unserer Tür und unsere Straße sah wirklich richtig ordentlich aus. Und ich muss sagen, abends riecht es auch nicht mehr ganz so unangenehm von der Straße hoch zu unserem Balkon, der sich in der vierten Etage befindet.
8.9.13 23:29


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